Warum rumänische Karpaten?

  
 
 

Maramures im August 2010

Mein Reisetagebuch vom 19.08.10 bis 03.09.10 (Maramuresch – Bistritz – Bukowina). Vorwort

Die rumänischen Karpaten, obwohl landschaftlich äußerst reizvoll, gehören (und das wohl noch auf lange Zeit) nicht zu den frequentiertesten europäischen Urlaubsgebieten. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, dieses Gebiet gar wandernd zu erkunden, macht sich auf Entdeckungsreise: durch unberührte Natur, in abgelegene Bergdörfer und zu Menschen, die ihn herzlich, aber auch ein wenig verwundert empfangen.

„Ihr wandert?! – Warum?… Ihr wollt in das Dorf dort unten? Wen kennt Ihr denn dort?“ Auch gab es Kopfschütteln und Schmunzeln. Sollte heißen „Die spinnen, die Deutschen.“  

Ich hatte das Glück und das Vergnügen, die beiden Lustwandler Günther und Angelica im Frühjahr auf der Nagelfluhkette kennenzulernen. Ohne diese beiden Experten (sie: rumänische Muttersprachlerin; er: Geograph) wäre ich die Karpatentour nicht gegangen. Hätte sie nicht gehen können, denn das Weitwandern ist hier kaum denkbar ohne erfahrene Führer und Manager. Mit Kompass, GoogleEarth und GPS geleitete uns Günther jeweils sicher über abgelegene Berge, durch Wälder und Felder und zum abendlichen Ziel. Uns, das waren die beiden Lustwandler plus elf Wanderpartner. Die Leistungen der „Managerin“ Angelica: Sie hatte im Voraus die Zimmer gebucht, bestellte von unterwegs (insofern Handyempfang) das Abendbrot und, wo nötig, auch mal einen Kleinbus.

Insgesamt legten wir im Sommer 2010 rund 200 Karpaten-Kilometer zu Fuß zurück. Hinzu kamen einige Bustouren und eine mehrstündige Zugfahrt nach Klausenburg. 

Über Stock und Stein und querfeldein

Markierte Wege fanden wir kaum. Wenn wir Glück hatten, trafen wir auf guterhaltene Viehpfade; nicht selten mussten wir uns auch durch dichtes Gestrüpp kämpfen.

Wenn’s mal markierte Wanderwege (Borsa, Vatra-Dornei) gab, dann meist an Stellen, wo sich eh niemand verläuft, etwa an geraden Waldwegen ohne Abzweig. Wenn der Wanderer aber mal ein Zeichen braucht, an Weggabelungen oder auf Hochweiden, herrscht an Orientierungshilfen eher Mangelware.

Warum also rumänische Karpaten? Weil das Wandern in teilweise unberührter Natur, noch dazu in der Gruppe, einfach Freude macht! Wer (wie ich) Glück mit kundigen Führern hat, kann diese Landschaft genießen. Der Wald hat hier eine unkultivierte Schönheit, die in deutschen Gebirgen kaum anzutreffen ist. Außerdem erfreuen sich Pflanzen- und Mineralienkundige an seltenen Exemplaren. Wer (wieder: wie ich) auf gutes Essen steht, wird vielerorts auch nicht enttäuscht werden.

Ein Land im Aufbruch

Das Bild der Ortschaften wechselte im Laufe der Wanderung. Wir durchstreiften die ersten Tage Nord-Maramuresch, beginnend direkt an der ukrainischen Grenze, in der Stadt Sigetu Marmatiei. Von dort ging es durch viele traditionelle, museale Dörfer mit Kirchen und Häusern aus Uraltholz. Heimat einer einfachen, armen Bevölkerung. Dann kamen wir in boomende Kommunen, in denen an jeder Ecke gebaut wird (z.B. Borsa). Viele der dortigen Bewohner arbeiten in Italien und kommen im Sommer nach Hause, um Feste zu feiern und schmucke Häuser zu bauen. – Rumänien erblüht!  

Meine Vorbereitungsliteratur: Zuerst habe ich die Beschreibungen bisheriger Karpaten-Touren der Lustwandler gelesen. Eine appetitanregende Quelle waren für mich auch die Seiten von Karpatenwilli. Sein kleines Wörterbuch druckte ich mir aus und nahm’s mit. Einige (wenn auch leider nicht alle) Stationen unserer Reise fand ich über Wikipedia und Googlemaps.

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