Maximiliansweg: Von Hittisau über die Nagelfluhkette nach Fischen

Preisfrage: Kühe und Pferde auf der Fahrbarn! warnt der Verkehrsfunk. – Wo bin ich? In Bayern!

Ankunft in Fischen im Allgäu, in einer der ältesten Siedlungen im Oberen Illertal, die derzeit ein Jubiläum feiert: 1150 Jahre. Übernachtung bei Familie Sinzig (ferienwohnungen-sinzig.@web.de), ruhig gelegen. Die gemütliche Ferienwohnung für 38 EUR, da kann man nicht meckern. Sehr freundliche Vermieterin. Das Auto darf zwei weitere Nächte, bis zu unserer Rückkehr, auf dem Parkplatz bleiben.

Am nächsten Morgen, kurz nach 9 Uhr: Treffen mit den Lustwandlern. Die nächsten drei Tage wollen wir uns auf dem Maximiliansweg beschnuppern. Ein Kennlernen vor einer längeren Wanderung im Sommer. Damit wir wissen, ob die Chemie stimmt. 

Ich freue mich vorerst auf die gemeinsame Pfingsttour. Die beiden Lustwandler stehen bereits mit drei weiteren Gefährten am Busbahnhof. Von Fischen fahren wir mit dem Bus über eine Stunde bis Hittisau in Österreich. Eine Fahrt auf steiler Straße mit engen Kurven und tollem Panorama. 

Bregenzer Wald bei Hittisau Foto: Th. Kunze

Die Wanderung beginnt mit dem Aufstieg zum Hochhäderich (auch Hoher Häderich,  1566 m) zur Nagelfluhkette. Auf geht’s zur Gratwanderung!

Und die ist zum Verlieben. Der schmale Gebirgskamm bietet eine herrliche Aussicht in alle Richtungen. Einige Passagen mit Kettensicherung – da kommt keine Langeweile auf. Kleiner Wermutstropfen heute: Wir müssen um 16.30 Uhr die Hochgratbahn über dem Staufner Haus  (leider belegt) erreicht haben. Also, schnell zur letzten Abfahrt!

Nagelfluhkette Foto: Th. Kunze

Niemand versteht, warum bei bestem Frühlingswetter und – wie ich höre – sogar im Hochsommer die Seilbahn nicht länger fährt.  Die Folgen: Wanderer stehen unter Zeitdruck, müssen hetzen. Das ist nicht jedermanns Sache. Foto- und Erholungspausen kommen zu kurz. 

Ich laufe vor, um die Bahn anzuhalten, und erfahre dort, dass Günther auch schon telefonisch unsere verspätete Gruppe angemeldet hat. Wir haben Glück!

Bei den Wagners in Oberstaufen  

Dass das Staufner Haus belegt war, hat nun plötzlich auch sein Gutes: Wir übernachten in Oberstaufen bei der musikalischen Familie Wagner. Viele traditionelle Holzinstrumente in der Wohnstube. Rustikal-gemütliche Einrichtung. Die Frau des Hauses verwöhnt uns mit Getränken, Gebäck und Gesprächen. Wir sitzen auf der Wiese mit Blick auf die Alm und genießen die Abendsonne. Zwölf Kühe haben die Wagners, und von jeder schmeckt die Milch anders. Zur Familie gehören auch acht inzwischen erwachsene Kinder und Hund Max. Ganz hervorragend ist das Frühstück: reichhaltig, vielseitig, nicht zu schaffen. Mein Favorit: der frische, natürlich selbstgebackene Rhabarber-Kuchen.

Familie Wagner hat uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht. Und das für 25 EUR pro Person – deshalb: bitte weitersagen!

Über sieben Gipfel

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zurück zur Hochgratbahn. Wir nehmen die erste Auffahrt gegen 8.30 Uhr. Auf dem Plan stehen – neben Schweiß und Sonnenbrand – 7 Gipfel (!), beginnend mit dem Hochgrat (1834 m). Die Tour ist abwechslungsreich, überaus spannend, teilweise über Schneefelder und glitschigen Untergrund und über Felsen mit Drahtseilsicherung. Ein mehrfaches, kräftezehrendes Auf und Ab. Dennoch ist das Ganze eine Genusstour. Das Panorama könnte schöner kaum sein, und: Wir haben Zeit für Rundumblicke und Verschnaufpausen! 

Nagelfluhpanorama Foto: Th. Kunze

Letzter Gipfel: der Steineberg (1683 m). Die Beine sind schwer, tragen uns aber noch hinab nach Gunzesried. Nach einer 9,5stündigen Wanderung empfängt uns der Wirt vom Goldenen Kreuz mit erfrischenden Getränken. In dem Gasthaus lassen wir uns ein reichhaltiges, köstliches Abendmahl schmecken. Dafür ist das Frühstück wenige Stunden später etwas spartanisch. In der Nacht knarren die hölzernen Dielen, und punkt 6 Uhr (!) nervt das Glockengeläut der Kirche. Da bald auch die Kühe läuten, helfen nur geschlossene Fenster.

Wir haben Pfingstmontag. Die schweren Beine haben sich etwas erholt. Kaum ein Wölkchen am Himmel, es ist sommerlich warm. 

Günther führt uns mit seinem Kompass durch Wälder und über Felder (eine lohnende Alternative zum Asphalt!) nach Sonthofen. Kurze Rast an der Iller, die nun unsere Begleiterin ist. Wir laufen mit ihr auf dem E5 bis Fischen. Schon von weitem grüßt der Kirchturm.

Blick über die Iller (Kirchturm in Fischen) Foto: Th. Kunze

Ergänzung vom 21.07.10: Auf den Seiten der Lustwandler gibt es auch einen Bericht über diese Tour – mit vielen schönen Bildern. Unter diesem Link.

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2 Gedanken zu “Maximiliansweg: Von Hittisau über die Nagelfluhkette nach Fischen

  1. Birgit Ulbrich

    Hallo, vielen Dank für die nützlichen Tipps! Möchte den Maximiliansweg in den Sommerferien wandern. Haben Sie Ihren Hund bei der Wanderung dabei gehabt? Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

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