Auf Regen folgt Sonnenschein. Von Hell-Bourg zum Forêt de Bélouve

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Bei diesem Wetter bleibt er lieber sitzen. Foto: Diana Kunze

Tag 11. Von Cilaos nach Hell-Bourg sind es vielleicht 10 km. Auf  dem Luftweg. Per Mietwagen sind wir fast den ganzen Tag unterwegs. Wir müssen erst in Serpentinen zurück an die Küste, später in eine lange Umleitung in die Berge, dann wieder ans Meer… Erst am Nachmittag kommen wir – leider im dichten Regen – an.

Unsere Erwartungen sind nach Cilaos hoch, doch unser neues Ziel, im Reiseführer als „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ beschrieben, erleben wir vorerst als dunkel und verlassen. Das Zentrum besteht aus zwei Souvenirläden an einem Springbrunnen, zwei kleinen Lebensmittelgeschäften sowie einem Restaurant, zum Relais Des Cimes gehörig, unserem neuen Zuhause. Von den umliegenden kleinen Villen stehen viele leer. Sie haben bessere Zeiten erlebt.

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Im Zentrum von Hell-Bourg.  Foto: Diana Kunze

Das miese Wetter und die Verlassenheit lassen keine Hochstimmung aufkommen. Wir gehen zeitig ins Bett.

Tag 12. Auf Regen folgt? Sonnenschein! Heute geht es die schweißtreibenden Serpentinen zum Panoramaplateau Forêt de Bélouve hinauf. Diese Tour bietet viel: einen verrosteten Seilbahnträger; wundeschöne Aussichten zum Piton des Neiges und zu weiteren Gipfeln; einen recht sportlichen Rundkurs, den  Sentier de la Tamarinaie mit viel Matsch und kleinen Holzbrücken, mit urwüchsigem Wald und dem roten Kardinalvogel.

Fotos (zum Vergrößern bitte klicken) : Diana Kunze

Tagelang sind wir diesem Piepmatz vergeblich hinterhergejagt, heute präsentiert er sich mehrfach und geduldig unserer Kamera!

Damit endet unser Urlaub mit kleinen Glücksbringer…

Zu dem gelungenen Abschied trägt auch ein hervorragendes Abendessen im Relais Des Cimes bei: einheimische Würste und, als edler Absacker, selbstgemachter Rum. Hmmh…

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Rum auf dem Tresen, Relais Des Cimes.  Foto: Diana Kunze

 

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Im Botanischer Garten bei Cilaos

Fotos: Diana Kunze

Tag 10. Erst chillen wir ein wenig am See von Cilaos, dann laufen wir auf der Straße Richtung Bras Sec zum botanischen Garten. Ein phantastischer Rundweg durch den Urwald, wo uns auf Schritt und Tritt die Pflanzen erklärt werden. Leider auf Französisch.

Später erklimmen wir einen Point of View (La Roche Merveilleuse) und sehen unter uns Cilaos. Hinter uns liegt der Piton des Neiges im Nebel.

An diesem Ausruhtag kommen wir auf fast 12 km.

Der lange Weg nach Le Pavillon

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Höhenweg vor Ilet à Cordes. Foto: Diana Kunze

Tag 9. Verschiedene Welten in einer Tour: ein Dschungelparadies mit Gezwitscher und grellen Farben. Interessante Felsgebilde. Sandige Höhenwege. Steinige Schluchten mit rauschenden und vor allem: fast unüberwindbaren Wassern.

Das alles bietet der lange Weg nach Le Pavillon. Von der wahren Dimension wissen wir allerdings wenig, denn der Reiseführer entstand nicht in der Regenzeit. Definitiv nicht.

Die ersten Stunden nach unserem Start in Cilaos sind wir (noch) ganz entspannt. Mit gutem Gewissen vertrödeln wir Zeit – mit Blick aufs Höhenprofil glauben wir viel davon zu haben…

Vor einem Vogelnest warten wir lange auf den richtigen Augenblick für unsere Kamera. Eine Welt zum Verlieben. Zum Träumen.

Fotos (zum Vergrößern bitte klicken): Diana Kunze

Nach der Hälfte des Tages erreichen wir Îlet à Cordes. Hier wachsen nicht nur herrliche  Bananenbäume am Wegesrand, es lockt auch ein kühles Blondes. Eine Wohltat für die trockene Kehle! Und zugleich Treibstoff für den nun schwierigeren Part.

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Hier war die Flussüberquerung noch einfach… Foto: TK

Wir müssen uns nun sputen. Die Tage sind kurz, und wir haben noch ein gutes Stück vor uns. Schnell laufen wir auf dicht bewachsenen, steilen Höhenwegen (phantastische Aussichten!) und hinunter zum Grand Bras de Cilaos, der mehrfach unseren Weg kreuzt. Die ersten Überquerungen sind noch leicht, doch irgendwann sehen wir keinen geeigneten Übergang mehr. Nach gewaltigen Schauern führt der Fluss nun viel reißendes Wasser. Wir suchen einen Alternativweg durchs Gestrüpp zur Straße. Fehlanzeige.

Was tun? Zurück nach Îlet à Cordes? Klappt im Hellen nicht mehr. Also doch ins Nasse, das uns über den Hintern schwappt. Wir kämpfen gegen die Strömung – und sind auf der anderen Seite heilfroh, zu zweit angekommen zu sein.

Nun ist`s noch ein Klacks bis zur Haltestelle Le Pavillon. Denken wir.

Teils schmale Pfade führen nach oben. An einer Stelle ist Weg fast komplett weggespült. Übrig blieb eine steile, sandige Wand mit einer fußbreiten, nicht sehr vertrauenserweckenden Trittfläche. Sind wir soweit gekommen, um hier zu scheitern?

Wir meistern auch diese Herausforderung. Abgekämpft erreichen wir den letzten Bus.

Unsere Gehzeit: ca. 9 h. Fazit: In der Regenzeit gefährlich und nicht zur Nachahmung empfohlen!

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Letztes Foto am Grand Bras de Cilaos. Danach war Überlebenskampf…  Foto: Diana Kunze

La Bras Rouge

Tag 8. Von Cilaos aus führt uns eine Rundtour mehrfach zum zauberhaften Bras Rouge und seinen Nebenarmen. Diese Wanderung (siehe Rother-Wanderführer) ist ein munteres Auf und Ab in der tropischen Bergwelt mit wunderschönen Wasserfällen; mit klaren Flüssen, in denen wir uns nasse Füße holen; mit saftig-grünen Gipfeln. Und: mit vielen roten Kardinalvögeln, die uns an vielen Stellen bezwitschern, sich aber vor unserer Kamera zieren… Gehzeit: ca. 5 h (Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.)

Hunderte Kurven führen nach Cilaos

Tag 7. Heute geht’s in die Berge. Endlich! Dafür müssen wir zweimal mit dem Bus umsteigen: in St-Gilles und in St-Louis. Kurvenreich geht es weiter durch grüne, enge Schluchten. Die Fahrer beweist sein Können in hunderten Kurven. An einer Stelle würde wohl gerade so eine Hand zwischen Außenspiegel und Tunnelwand passen.

Wir erreichen Cilaos beziehen ein Zimmer im L’hôtel Le Vieux Cep – mein persönlicher Favorit auf dieser Insel! Kein Schickimicki. Sauber. Rustikal. Traumblick vom Balkon und vom Pool auf den Piton de Neige (3070 m).

Den Pool muss ich sofort testen. Dann schlendern wir zu hübschen Häusern und Souvenirläden. Kreolische Küche im Chez Noe. Ich wähle ein ordentliches Stück Schwein mit viel Linsen und Reis.

Flugunfähige Vögel und bunte Fische

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Am Strand  von L’Ermitage.  Fotos: Diana Kunze

Tag 5. Wir bringen unseren Mietwagen nach St.-Dennis. Unterwegs lassen wir in einer Tankstelle den defekten Reifen flicken. Dann geht’s per Bus nach St-Gilles-les-Bains. Es soll dort wunderschöne Strände geben…! Im Office de Tourisme  spricht man gutes Englisch! Die Mademoiselle empfiehlt uns mehrere Hotels und nennt die Preise. Die Hotelfotos auf dem Bildschirm sind schön, die Realität sieht meist anders aus. Wir buchen deshalb nichts, lassen uns aber einen Plan mitgeben. Ein paar Stationen mit dem Bus zum Badeort L’Ermitage.

Das erste Hotel ist am teuersten – und am schlechtesten. Man will mit uns handeln… Im zweiten Hotel wären wir fast geblieben, und das dritte ist es dann. Weiterlesen „Flugunfähige Vögel und bunte Fische“

Super abgepasst! Sonnenstunden am Grand Bassin

Fotos: Diana Kunze

Tag 4. Am nächsten Morgen hilft uns ein Hotelmitarbeiter beim Reifenwechsel. Dann fahren wir Richtung La Plaine des Grègues. Die sich bedrohlich nähernden schwarzen Gewitterwolken zwingen uns zum Richtungswechseln. Der “schwere Trimmpfad mit über 1000 Treppenstufen aus Rundholz” (aus dem Reiseführer) ist sicher keine gute Idee bei Regen.

Die Alternative heißt Grand Bassin. Weiterlesen „Super abgepasst! Sonnenstunden am Grand Bassin“