Von Baia Mare nach Sighetu Marmatiei

Busfahrt von Baia Mare nach Sighetu Marmatiei

20.08.10 Das Frühstück in der Pensiunea gestaltet sich recht kompliziert. Jedes Stückchen Butter muss extra bestellt werden – das dauert bei 13 Personen. – Warum gibt’s kein Buffet?

Am Hoteltresen liegt eine kleine, kostenfreie Broschüre („World Haritage Trail“) über Maramures in Englisch aus, finanziert von der Uniteted States for International Development (USAID). – Klasse, dass die Amerikaner das Weltkulturerbe Rumäniens vermarkten! denke ich. Die Broschüre stellt vor allem die uralten Holzkirchen vor. Wichtig wird mir in den kommenden Tagen auch eine aufklappbare Karte im Heft.

Als wir aus dem Haus gehen, sehen wir, wo wir sind – bei unserer Ankunft am Abend war’s ja dunkel. Die Haltestelle für den Kleinbus nach Sighetu Marmatiei müssen wir erfragen, ein Haltestellen-Schild gibt’s nicht.

Enger Kleinbus (vielleicht 18 Plätze). Als wir ihn betreten, steht jemand auf, um Pflaumen aus dem Kofferraum zu holen und unter seinen neuen Mitreisenden zu verteilen.

Ich muss vorerst stehen. Macht nichts, der Blick aus dem Fenster entschädigt für mangelnden Komfort. Wir fahren in Serpentinen über das Gutâi-Gebirge. Tolle Aussichten!     

Stadtpark in Sighetu Marmatiei

In Sighetu Marmaţiei herrscht reges Treiben. Die Stadt an der Grenze zur Ukraine hat immerhin um die 40.000 Einwohner.

Wir beziehen das beste Hotel der Stadt, wie uns Günther versichert, das Casa Iurca de Calinesti, direkt am Elie-Wiesel-Haus. Der US-amerikanischer Schriftsteller und Holocaust-Überlebender wurde 1928 hier geboren.

Wir besichtigen das Museum. Drei Räume: einige Fotos, Zitate, Möbelstücke (bis auf eines nicht von Wiesel)… Auch wenn das einen nicht umhaut, ist’s doch gut und wichtig, dass die Stadt an ihren berühmten Sohn (Friedensnobelpreis 1986) und an das Schicksal der Juden in der Nazizeit erinnert.   

Die City mit Park: norditalienisches Flair. Wir schlendern. Bald ziehe ich alleine durch die Gassen, auf der Suche nach Fotomotiven.

Eine nagelneue Holzkirche (Jahrgang 2009), umzäunt. Schmuckstück. Ein Milizionär lässt mich auf’s Gelände und begleitet mich, gefolgt im Zwei-Meter-Abstand. Der Rundgang um das teure Gotteshaus wird also bewacht .

Holzkirche in Sighetu Marmației

Abendessen im Casa lurca de Calinesti. Das Kulinarische: absolut erstklassig. Die Preise sind’s, für rumänische Verhältnisse, auch. „Was wir in Shigetu ausgeben, soviel kostet die ganze Reise nicht“, sagt Günther. Allerdings lässt die Bedienung zu wünschen übrig: überheblich bis unfreundlich. Der Kellner will sich keine große Mühe machen, uns zu verstehen, und er besteht darauf, nur mit Angelica zu reden.

Bleiben wir bei den guten Dingen: Die köstliche Weiße-Bohnen-Suppe ist wohl unübertrefflich!

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2 Gedanken zu “Von Baia Mare nach Sighetu Marmatiei

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