Wo Bären ihre Hintern baden – von Hütte zu Hütte im Kaisergebirge

Aufstieg zur Gruttenhütte

Vom Wilden Kaiser, durch das verwunschene Kaiserbachtal, auf den aussichtsreichen Zahmen Kaiser und zurück – und das alles mit zwei netten Damen, das ist schon etwas Besonderes. Zumal bei traumhaftem Wetter und phantastischer Sicht auf die spannenden Felsformationen. Auch an den Hütten und ihrer Kost gibt’s im Kaiser ja nichts zu meckern; oder – falls der Österreicher dieses berlinerische Kompliment nicht versteht: „Das passt schon“. Kein Wunder, dass ich mich schon jetzt auf meine nächste freue!

Tag 1. Im zerklüffteten Wilden Kaiser liegen noch dicke Schneereste in den Felsspalten. Verzaubert blicken wir selbst beim Abendessen in der Gruttenhütte in die neben uns thronenden Wände. Sandra schmeißt eine Schnapsrunde auf ihren 40sten letzten Sonntag. Anschließend unternehmen wir einen kleinen Abendspaziergang Richtung Kopftörl – den Übergang, von wo aus wir am Freitag zurückkommen wollen.

Richtung Scheffauer-Gipfel…

Tag 2. Auf dem Wilden Kaiser Steig löst sich der Morgennebel nur langsam und gewährt dabei phantastische Aussichten in die Felswände, die sich neben uns erheben. An der Kaiser Hochalm (1417 m) biegen wir ab, um den Scheffauer (2111 m) anzugehen. Leider kommen wir auf der schwarzen Tour nur langsam voran. Selbst als wir die schweren Rucksäcke in den Latschen verstecken haben. Als dann 1800 Höhenmetern erreicht sind, entscheide ich, dass wir umkehren, denn wir haben heute noch einige Kilometer zu bewältigen.

Der Weg 814a soll uns wieder auf den Wilden Kaiser Steig führen. Dafür müssen wir aber auch über Geröll- und Schneefelder. Mit einer größeren Gruppe wäre das definitiv schwieriger gewesen. Sandra und Renate ertragen diese nicht alltägliche Tortur dagegen tapfer.   

Hintersteiner See

An der Steiner Hochalm ist er dann wieder erreicht, der Wilde Kaiser Steig. Dieser Punkt bietet eine hervorragende Gelegenheit zur Rast und eine tolle Aussicht auf den Hintersteiner See.    

Durch dichten, wurzeligen Wald geht es dann weiter bis zur sonnigen Walleralm, wo wir erneut pausieren. Dann brauchen wir noch etwa eine Stunde, um über den Hochegg (1470 m) die Kaindlhütte zu erreichen.  (Gz: 10 h)

Bettlersteig

Tag 3. Der Bettlersteig zwischen Kaindlhütte und Hinterbärenbad bietet uns ein wunderbares Wandervergnügen mit vielen Treppen und kleinen Brücken. Hin und wieder gibt‘s Seile zum Festhalten, aber insgesamt ist diese Tour nicht besonders schwierig. Die Tal- und Bergaussichten sind großartig.

Zur Mittagszeit erreichen wir das Anton-Karg-Haus. Sandra und ich bestellen uns jeweils leckeren Kaiserschmarrn – ganz gewaltige Portionen!

Weiter geht es über den Kaiserbach und durch viel Wald zur Vorderkaiserfeldenhütte. Wir kommen bereits gegen 16.30 Uhr an und sitzen noch lange auf der Sonnenterrasse, genießen hier die grandiose Aussicht rüber zum Wilden Kaiser und hinab nach Kufstein. (Gz: 6h)

Kettenabstieg Vogelbad

Tag 4. Unseren ersten heutigen Gipfel, die Naunspitze (1633 m), erreichen wir nach kaum 40 Minuten. Überwältigende Aussichten hinunter ins Inntal. Dann wandern wir übers Petersköpfl (1745 m), von wo aus der Vorgängerberg bereits wie ein Winzling aussieht, weiter auf dem aussichtsreichen Kamm. Ein leichter Kettenabstieg (Vogelbad) macht Spaß, ansonsten treibt uns die Hitze heute viel Schweiß auf die Stirn. Bald, auf dem höchsten “zahmen Gipfel”, der Pyramidenspitze (1997 m), sind jedoch alle Mühen vergessen!

Es folgt ein steiler, wenig erquicklicher Abstieg, und dann liegt das Tagesziel vor uns: Hinterbärenbad! Dort baden Bären ihre Hintern, weiß ein Schild am Fluss. – Früher mag es mal gestimmt haben, als hier noch Bären lebten. Heute ist das Baden für unsereins jedoch völlig ungefährlich. Nach einer inneren Abkühlung im Biergarten des urgemütlichen Anton-Karg-Hauses gibt’s eine ebenfalls sehr willkommene äußere im glasklaren Wasser des Kaiserbachs. (Gz: 7 h)

Auf der Pyramidenspitze
Auf der Pyramidenspitze

Tag 5. Wir frühstücken, als plötzlich Regen niederprasselt. Und wie! Ein Zeichen… denn erst gestern hatte ich das Vorhaben fallengelassen, über’s Kopftörl zurück zur Gruttenhütte zu führen, im Hohen Winkel liegt nämlich noch viel Schnee, er bedeckt die Kette am Felsen fast vollständig. Lieber kein Risiko eingehen.

Als sich das Wetter beruhigt, laufen wir durchs herrliche Kaiserbachtal nach Kufstein (Gz: 2,5 h). Heute ist unser Abschied vom Kaiser… Mach’s gut! Im nächsten Jahr komme ich wieder.

Tipp: Einen Überblick Wilder Kaiser (darunter zu möglichen Touren) auf Bergleben.de

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3 Gedanken zu “Wo Bären ihre Hintern baden – von Hütte zu Hütte im Kaisergebirge

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