Ein Triebwerk auf dem Weg nach Passau

Die Burgruine auf dem Schlossberg in Winzer wurde bereits von Ludwig I. unter Denkmalschutz gesetzt

Radfahren an der Donau ist nicht nur Sport, sondern auch viel Kultur- und Geschichtsunterricht. Darunter auch der Wirtschaftsgeschichte. So staunte ich nicht schlecht, als wir in Niederalteich am Gerhard-Neumann-Museum vorbeikamen. Obwohl ich fast 15 Jahre in Frankfurt (Oder) gearbeitet hatte, war mir dieser große Sohn der Stadt bisher unbekannt. Er entstammt einer jüdischen Fabrikantenfamilie und kam über China in die USA. Im Jahr 1952 konstruierte er das erste Starfighter-Triebwerk und war später als Chef von General Electric (32.000 Mitarbeiter) verantwortlich für die Entwicklung moderner Triebwerke großer Verkehrsflugzeuge. Insgesamt besaß er acht Patente. Ich bin mir ziemlich sicher, dass an der Oder nur wenige Menschen von Neumann gehört haben. Aber hier an der Donau wird er verehrt.

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In der Ferne die Berge

Kein Regen heute… Nun ja, nur mal ein kurzer Schauer – aber, keine Rede wert! Nach den nasskalten Tagen begleitet mich nun ein Hochgefühl auf unserer Tour. Von Wörth mit seiner bischöflichen Burg geht es über Straubing tief hinunter ins ausgedehnte Donautal. In der Ferne zeigen sich die in Wolken verhangenen Berge des Vorderen Bayrischen Waldes. Nach 66 Kilometern erreichen wir unser vorletztes Tagesziel, das hübsche Deggendorf, das uns auf dem Mark mit Fischbrötchen begrüßt.

Mehr bei Gimli.

Der Gnadenbrunnen in Deggendorf

Wir lassen uns das Leben nicht verbittern! – Eine ziemlich feuchte Fahrt nach Wörth

Eigentlich wollte ich heute nur ein einziges Wort posten: „Mistwetter!“ Unaufhörlich prasselte es von oben. Bereits nach wenigen Minuten war ich völlig durchnässt. Aber, wir lassen uns das Leben nicht verbittern – schon gar nicht vom Wetter! Irgendwann muss ich die Strecke aber nochmals fahren, wir hatten ja kaum ein Auge für die schöne Donaulandschaft, und auch auf die Besichtigung der Walhalla verzichteten wir. Die guten Nachrichten: Die Strecke von Regensburg nach Wörth war nur 34,4 km lang, wir benötigten dafür 1:41 Stunden; haben deshalb nun genügend Zeit zum Ausruhen und Schlemmen im Gasthaus Butz (ist zugleich eine Metzgerei!). Und: Die nassen Klamotten kriegen wir bis morgen trocken!

Drei magische Orte, drei Brauereien

Die Frauenbergkapelle in Weltenburg

Weltenburg hat es mir angetan. Nicht nur, weil hier das berühmte Kloster mit seinem preisgekrönten Bier zu finden ist. Auch landschaftlich ist dieser Flecken Erde überaus reizvoll. Stefan und ich stiefeln von unserer netten Unterkunft, dem Klostergasthof Schweiger, hinauf zum Wolfgangswall und zur Frauenbergwiese und werfen einen ersten Blick von oben in den Donaudurchbruch.

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Drei Regentage an der Donau – von Ulm zum Kloster Weltenburg

Die ersten 20 Kilometer im kalten Regen von Ulm nach Blaubeuren waren heftig. Dampfend in einer Jacke und in einer Plastikhose, fragte ich mich, ob sich dieser Umweg wirklich lohnt.
Er lohnte sich. Blaubeuren am Fuße der Schwäbischen Alb ist berühmt für den Blautopf, eine blauschimmernden Quelle, die sehr tief blicken lässt und in der die Blau entspringt.

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Auf nach Ulm! – Radeln und Rasten im Regen

Die Ruine Rechtenstein

Dass auch Regentouren ihren Reiz haben können, haben Stefan und ich gemeinsam in Albanien erlebt: Man lernt die Pausen (im Trockenen!) und die warme Dusche nach der feuchtkalten Fahrt erst richtig zu schätzen. Und so waren es auch heute die Pausen, die mir in Erinnerung bleiben dürften. Die Fahrt an der mächtig anschwellenden Donau verflog viel zu schnell. Schnell verflogen auch die mittelalterlichen Orte auf unserem Weg, darunter Riedlingen und Rechtenstein. Radfahren ist zwar eine langsame Art des Reisens, aber längst nicht langsam genug, um alles genau zu erfassen.

Als der Regen mal wieder etwas nachlässt, stoßen wir in Untermarchtal auf einen mit Skulpturen bestückten Donaurastplatz, ein Kleinod mit Ausblick auf den Fluss, auf Schloss und Kloster. Zeit für das schmackhafte wie nahrhafte Früchtebrot, das Diana uns mitgegeben hat.

Unsere nächste Rast ist dann schon eine halbe Stunde später in der Rottenacker Fischerhütte. Neben uns hüpfen die Fische in einem Teich mit Seerosen. Wir sind die einzigen Gäste an diesem idyllischen Platz – eigentlich unvorstellbar, aber die Angst vor Corona mag eine Ursache dafür sein.

Nach 85 Kilometern erreichen wir die Stadt mit dem Wahrzeichen Spatz. Dabei hätte die Schwalbe besser zum heutigen Wetter gepasst. Ich kenne Ulm schon etwas. Gerade weht ein heftiger kalter Wind, der meine Lust an einem ausgedehnten Bummel zügelt. Deshalb mein aktueller persönlicher Ulm-Höhepunkt: die lohnende Einkehr im Barfüßer Brauhaus.

Mehr über die Tour nach Ulm steht bei Gimli.

Teich mit Seerosen an der Fischerhütte Rottenacker

Im tiefen Durchbruchtal der Donau

Ein Augenschmaus: Diese Tour führte durch das tiefe Durchbruchtal im Naturpark Obere Donau. Zahlreiche altehrwürdige Schlösser thronen hoch oben auf ihren Kalkfelsen und gewähren wohl traumhafte Aussichten. Das größte davon: das Fürstenschloss Sigmaringen am südlichen Rand der Schwäbischen Alb.

Wir radeln durch bildhübsche Orte. Als wir nach 70 Kilometern im Brauereigasthof Adler in Hundersingen ankommen, fängt es an zu regnen. Glück gehabt.

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Von der Donauquelle nach Mühlheim

Statt in Georgien, wohin uns Corona leider nicht lässt, bin ich mit Stefan an der Donau unterwegs. Mit dem Zug erreichen wir am Nachmittag Donaueschingen. Die Römer nahmen an, die Quelle im Park des Fürstenbergischen Schlosses sei die Donauquelle. Dabei ist sie etwas östlicher, am Zusammenfluss der zwei Quellflüsse Brigach und Breg. Es heißt „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“.

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Theodor Körner auf der Tafelfichte – eine MTB-Tour ins Isergebirge

Blick vom Iserkamm hinüber zum Riesengebirge

Grüne Vulkankegel und bizarre Felsen. Jahrhundertealte Fachwerkhäuser und gemütliche Bergbauden. Drei Nationalitäten mit kulinarischen Eigenarten und Traditionen, darunter auch der Braukunst: Sobald die Grenzen wieder öffnen, wird es mich wieder dorthin verschlagen, ins nahe Dreiländereck! Solange sie dicht sind, bleibt erstmal nur die Erinnerung.

Darunter an meine letztjährige MTB-Tour. Sie führte mich ins Isergebirge, in diesen nahtlosen Übergang zwischen Lausitzer Gebirge und Riesengebirge, geschliffen und gestaltet von zahlreichen Quellen, Talsperren, Moortümpeln, Wasserläufen, Stromschnellen und Wasserfällen. Von den Mooren, die diesen Landstrich besonders prägen, stehen die meisten unter Naturschutz.

Durch ein Wolkenmeer auf den Tannenberg

Blick übers Lausitzer Gebirge, beim Aufstieg auf den Tannenberg (774,2 m)

Die Wolken hängen in den unter uns liegenden Bäumen. Irgendwo dort, tief versteckt im Lausitzer Gebirge, liegt auch unser Finkendörfl, wo wir am Morgen noch nach der Sonne Ausschau gehalten hatten. Erst jetzt, beim Aufstieg auf den kugelförmigen Tannenberg (Jedlová, 774,2 m), haben wir ganz viel von ihr!

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