Ein besonderes Vergnügen: der Prinzensattel

Traumweg zur Téryho chata.  Foto: Diana Kunze

Tag 6. Der Prinzensattel: eine der beliebtesten Touren in der Hohen Tatra – und zugleich einer der schwierigsten in dem Gebirge, die ohne Führer bestritten werden dürfen. Nun: Wir sind fit, und die Herausforderung lockt uns an!

Wir wandern vorerst durch einen Wald bis zur Hütte Zamkovskeho chata. Ein wohltuender, aber verdächtiger Wind umwedelt uns. – Wird das Wetter halten?

Der weitere Aufstieg zum beliebten Ausflugsziel Téryho chata (2015 m), bald im baumfreien Gelände, ist traumhaft-schön und zugleich recht schweißtreibend. Dabei steht uns die eigentliche Hürde noch bevor.

Wir kehren ein; in der urig-gemütlichen Stube sind noch Plätze frei – was bei der Beliebtheit der Hütte nicht selbstverständlich ist. Die Preise für Suppe und Bier sind gering, wenn man bedenkt, welche Mühen die Träger auf sich genommen haben.

Noch ein Gruppenfoto vor der Hütte, und dann wagen wir’s! Auf zum Priečne sedlo (deutsch Prinzensattel, 2352 m).

Der Moment passt: Die Wolken, die sich hinterm Sattel zusammenbrauen, sind noch weit, und das gefürchtete  Gedränge an den Ketten bleibt offenbar aus.

Die folgende Kletterei: für höhenangstfreie Bergwanderer ein besonderes Vergnügen! An einigen Stellen ginge es wohl nicht ohne die zahlreichen Stahlseile und Bügel, die uns sicheren Halt, aber auch ein gewisses Suchtpotential bieten: Man kommt gerne, nein: unbedingt wieder! Ein herrlicher Emporstieg!

Auf dem Prinzensattel.  Fotos (2): Björn Ludwig

Auf der anderen Seite warte ich unweit der Kettensicherung und schaue zu, wie einer nach dem anderen ohne große Mühe  den Prinzensattel meistert. Und Spaß dabei hat. Und darauf bin ich schon ein wenig stolz. Ich habe meine Gruppe richtig eingeschätzt.

Nun noch etwas Konzentration, denn auch die anderen Seite des Sattels hat’s in sich: Es geht einen gemeinen Schutthang hinab. Vorsichtig und ohne Eile steigen wir noch etwa 150 Höhenmeter runter, bis wir etwas entspannen dürfen.

Punkt 17 Uhr sind wir erneut am Hrebienok. Eine super Zeit. Einkehr. Bei einer Tasse Kaffee wollen wir genüsslich den Blick ins Tal genießen.

Kaum haben wir uns jedoch gesetzt, da brechen die Wolken auf. Eine Flut stürzt in Sekundenschnelle herab. – Wir hätten keine fünf Minuten langsamer sein dürfen! Welch ein Glück!

Abendessen im Zdiarsky Dom. Der Koch des Hauses ist ein Meister seines Fachs. Und mit der Kellnerin (sie war am zweiten Abend noch leicht reserviert) sind wir inzwischen fast befreundet. Vor allem einer von uns (ich will hier keinen Namen nennen…!) freut sich über ihr sympathisches Lächeln.

Gz: 7,5 h

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