Blaue Lagune, blaue Grotte und blauer Himmel: Malta auf dem zweiten Blick

Das Blaue Fenster (Azure Window). Foto: Diana Kunze
Das Blaue Fenster (Azure Window). Foto: Diana Kunze

Die Busfahrt vom Flughafen zeigt uns nicht gerade die schönsten Gegenden Maltas. Die entdeckten wir erst im Laufe der nächsten Tage.

Diana und ich sind für eine Woche Englischkurs plus ein paar Tage Erholung angereist. Unser Urlaubsort  Sliema ist bis ans Wasser gebaut. Vor uns wippen Holzboote und Fähren in der heute etwas stürmischen See. Neben uns drängeln sich Fußgänger und Jogger auf der Uferpromenade. Daneben hupen sich Autos durch den Verkehr. Wenn ich hier Bürgermeister wäre, würde ich Fahrradzonen einführen. Das täte der Luft gut!

Am Hafen in Sliema. Foto: Diana Kunze
Am Hafen in Sliema. Foto: Diana Kunze

Wir beziehen ein winziges dunkles Zimmer zum Innenhof, wo in der Nacht ohrenbetäubend eine Pumpe rattert. An Schlaf und Erholung ist leider nicht zu denken.

Erst am dritten Tag haben wir eine gute Unterkunft gefunden. Wir wohnen nun im Prince of Wales, nur drei Minuten von der Sprachschule entfernt. Von unserer Penthaus -Terrasse schauen wir über Dächer, auf denen sich Katzen sonnen und Wäsche trocknet. Urlaubsfeeling, endlich!

Die mittelalterliche Stadt Mdina

… ist von einer starken Festungsmauer umgeben. Einst lebten hier über 1000 Menschen, heute noch knapp über 200. Wir sind am Nachmittag angereist, die Touristenströme sind durch. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Wir laufen bei einsetzender Dunkelheit durch die stillen Gassen, vorbei an Palästen und Kirchen.

Busfahrt auf Gozo. Foto: Diana Kunze
Busfahrt auf Gozo. Foto: Diana Kunze

Die (vergleichsweise) grüne Schwesterinsel Gozo

Mit dem öffentlichen Bus geht es bis in den Norden. Dann mit der Fähre auf die Nachbarinsel. Sie präsentiert sich auffallend grüner (wenn auch nicht saftig-grün) und freundlicher als das ausgedorrte Malta. Nun starten wir eine „Hop-on-Hop-off-Tour“: Ein roter Touribus bringt uns zu den schönsten Plätzen, darunter zum Azure Window, einem 100 Meter langen und 20 Meter hohen Fels-Torbogen im Wasser. Hier entdecke ich eine Markierung und steige auf eine nahe Anhöhe, um eine noch bessere Aussicht zu genießen. Unterwegs begegnen mir dutzende Eidechsen. Nie DSC02068-001so viele auf einem Haufen gesehen!

In der Ramla Bay springe ich in die Fluten – und stürze über Steinbrocken.  Vorsicht ist also beim Hineinrennen angesagt! Die Bucht gilt als der schönste Badestrand der Insel – wohl zumindest für Sonnenbader :-). Besonders markant: der rote Sand der Bay.

Die ruhige Insel gefällt mir. Die saubere Luft. Die steilen Küsten. Die kleinen Orte mit den schmalen Straßen, durch die wir fahren. Eine Mischung aus England, Italien und Orient. In Victoria sitzen wir auf einem zentralen Platz. Wir trinken Kaffee und schauen dem bunten Treiben zu.

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Platz in Victoria. Links im Bild: unser Cafe´.   Foto: Diana Kunze

 

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In der Blue Lagune.   Foto: Diana Kunze

Stürmische Liebe in der Blue Lagune

Für die Rückfahrt nach Malta wählen wir statt Fähre lieber ein kleines Motorboot – und einen lohnenswerten Umweg zur Insel Comino (ohne Landgang) und zur Blue Lagune. Tiefklarblaues Wasser. Hier wurden Madonnas Tauchszenen „Stürmische Liebe – Swept Away“ gedreht. Der Skipper führt uns nah an die schönsten Grotten und Höhlen Caminos. Ein tolles Erlebnis!

Auf dem Fischmarkt in Marsaxlokk

Ein hübsches Fischerdorf. Es macht Spaß, über den Markt zu schlendern. „We‘ er not the Best in WORLD, but the Best on the STREET!!“ steht auf dem Schild von Matthews Bar and Restaurant. Auch wenn wir die angrenzende Konkurrenz nicht getestet haben: wir glauben an den Spruch! Kreative, schmackhafte Zutaten. Allein der Blumenkohlsalat mit Knoblauch ist ein Gedicht! Dazu gegrillter Lampuki. Hmmhh…

Blue Grotto & Dingli Cliffs

Ein Bus bringt uns nach Żurrieq. Wir wandern ca. 40 Minuten zur Wied iż-Żurrieq, einer Bucht, wo wir in ein Boot steigen. Es bringt uns an der Steilküste entlang zu mehreren Grotten.  Die „Blue Grotto“ ist die größte der sechs Säle in einem beeindruckenden Höhlensystem mit glasklarem, blauschimmerndem Wasser.

Stunden später. Wir lassen uns mit dem Bus zu den Dingli Cliffs bringen, dem höchsten Punkt der Insel, von wo aus die Felswände über 250 Meter steil aufs Meer fallen. Wir versuchen auch nah heranzukommen an die Klippen; nur leider versperrt Privatgelände den Weg. Schließlich landen wir an der verschlossenen St. Magdalena-Kapelle. Im wohltuenden Schatten sitzen wir auf einer Bank und schauen weit über die Klippen hinab aufs Meer. Dies hier sei die Kulisse vieler berühmter Filme gewesen, sagt eine Einheimische neben uns.

 

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An den Dingli Cliffs.  Foto: Diana Kunze

Ehe der Bus kommt und uns nach Valetta bringt, koste ich von einem fahrenden Händler Kaktusfrüchte. Aus eigenem Garten! Sehr lecker.

Das gute Leben in Sliema

Unser letzter Urlaubstag auf Malta. Den vielleicht besten Kuchen und schmackhaftesten Kaffee der Insel verkauft eine junge Polin in ihrem CAFFÈ BERRY. Nach dieser kleinen Schlemmerei schlendern wir durch Geschäfte. Diana badet in der Sonne – und ich im Wasser an der Steilküste, mit Blick hinüber nach Valetta. Den Abend lassen wir im Salisbury Arms ausklingen, einem urig-gemütlichen English Pub mit einer breiten Auswahl an Ales. Unser Favorit: John Smith’s Extra Smooth.

Nun, wo wir Malta richtig lieb gewonnen haben, geht unser Urlaub leider zu Ende.

Foto: Diana Kunze
Foto: Diana Kunze
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