Über Traumpässe in Ladakh

Die Tage der Akklimatisation sind vorüber. Heute kutschieren uns Jeeps in die Trekkingregion. Regen hatte gestern viele Steine auf die Straßen gespült; unsere Fahrer müssen deshalb höllisch aufpassen.

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In Nimmu fließt der Zanskar (von oben) in den Indus

Rafting auf dem Zanskar

Wir halten in Nimmu zum Rafting auf dem Zanskar, der hier mit dem Indus zusammenfließt. Die Kamera lass ich sicherheitshalber im Jeep – was sich als gute Entscheidung erweisen soll…

„Mehrere kommerzielle Anbieter organisieren Touren, da seine Stromschnellen aber einen höheren Schwierigkeitsgrad erreichen, wird er nur Fortgeschrittenen empfohlen.“(Wikipedia)

Einige Stromschnellen haben es tatsächlich in sich. Unser Guide Assif verliert das Gleichgewicht und muss gerettet werden. Auch wir anderen sind trotz unserer Schutzanzüge bald klitschnass, gewöhnen uns aber schnell an die Herausforderung und haben einen Mordsspaß!

Unsere Rafting-Tour auf dem Zanskar

Im Jeep weiter nach Yangthang

Nach dem Schönwetter-Rafting sitzen wir wieder in den Jeeps – und es gießt erneut! Keine Ahnung, ob Petrus die nächsten Tage gnädig gestimmt ist; zuverlässige Prognosen gibt es nicht.

Wir erreichen Yangthang (3683 m), den Ausgangspunkt unseres Trekkings. Die umliegende Bergwelt ist karg, ja – aber nicht langweilig! Die Formen sind äußerst spannend, auch die Farben und Schattierungen.

Im Norboo Guest House werden wir von der gastgebenden Familie mit Tee begrüßt. Es regnet noch, der angekündigte Spaziergang fällt aus.

Yangthang – Ullay

Einen kleinen Streifzug durch die malerische Siedlung hole ich am nächsten Morgen nach. Alleine. Ab 6 Uhr bin ich auf den Beinen und freue mich über die Ruhe und die tollen Aussichten.

Um 9 Uhr starten wir als Gruppe Richtung Ullay. Die Landschaft: von saftig-grün, wo Wasser fließt, bis ziemlich skurril, wo kaminartige Kalksteinsäulen auf Felsbrocken balancieren. Die Sonne knallt.

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Kurz vor Ullay

Unser Haus in Ullay (3933 m) befindet sich noch im Bau. Zum Waschen wird uns ein Bächlein im Garten empfohlen.

Nach der Mittagspause steigen wir auf nach Upper Ullay (4126 m). Die Fernsicht ist nun noch phantastischer! Wir besuchen eine Bauernfamilie, die Schafe und Yaks züchtet. Guide Assif kauft Butter.

Am Abend fällt der Strom aus, und wir essen bei Kerzenschein.

Ullay – Hemis Supachen

Hitze, Höhe, Halskratzen – der Aufstieg zum Shangpo-Pass (4082 m) verlangt mir alles ab. Ich hätte wohl doch mehr essen sollen, um Kraft zu haben… In der Ferne sehen wir Schneegipfel des Himalaya.

Hinab nach Hemis Supachen (3663 m) kann’s mir dann nicht schnell genug gehen. Ich laufe vor. Es ist unheimlich heiß. Endlich (!) das kühlende Obdach. Mittagsruhe…

Das wunderschöne Dorf mit dem rauschenden Fluss, dem Kloster mit dem weithin sichtbaren Buddha, mit kleinen Läden und mit knuffigen Dzos auf grünen Almwiesen erkunde ich erst später mit Dorjay, unserem zweiten Guide. Da neigt sich der Tag bereits dem Ende.

Hemis Supachen – Temisgam

Die  Hitze hält an. Wir überqueren zwei weitere Traumpässe, erst den Lago La, dann den Megatak, beide knapp unter 3.900 m. Wirklich schade, dass hier keine Bäume wachsen. Die drei Liter in meinem Trinksystem sauge ich bis auf den letzten Tropfen aus.

Beim Abendessen in Temisgam haue ich mal richtig rein. Unser nepalesischer Koch hatte im Zelt (!) Pommes, Pizza und sogar eine Schoko-Torte gezaubert. Wie, das bleibt sein Geheimnis.

Der Koch sorgt seit Trekkingbeginn für unser leibliches Wohl. An seiner Seite: ein Gehilfe und ein Fahrer, der uns ebenfalls mit bewirtet.

Temisgam – Lamayuru

Die grüne Oase unter uns, Temisgam, wächst und wächst mit jedem Meter, den wir aufwärts steigen. Die Festungsanlage des Dorfes wird gut sichtbar. Sie erinnert an seine einstige Bedeutung, als im 14.  Jahrhundert Ladakh geteilt wurde und das Dorf nun Hauptort des Unteren Königreichs wurde.

Oben auf dem Bun Bun La: in jeder Himmelsrichtung andere Formen, andere Farben, andere Welten. Der Bun Bun ist absolut mein Lieblingspass dieser Reise!

Nach Lamayuru geht es durch ein ausgetrocknetes Flussbett, dann hinunter zum Indus. In einem einfachen Restaurant erwarten uns unser Koch und seine Gehilfen.

Weiter mit den Jeeps, ca. 2,5 Stunden bis Alchi. Zwischenstopp an einer Klosteranlage des Rotmützenordens in einer Mondlandschaft. Vor 30.000  Jahren soll hier ein großer See gewesen sein; ein Erdbeben habe ihn in den Indus geschwemmt.

Wir checken im Hotel Samdupling ein. Beim Abendessen lass ich eine Runde Tatranský čaj springen, den ich von einer anderen Reise mitgebracht habe. Der Anlass könnte besser nicht sein: Das Ziel unserer eindrucksvollen Trekkingtour haben wir erreicht! Wir waren ’ne gute Truppe.

P.S. Eine Wanderung steht morgen noch an, von Alchi aus. Am Tag darauf fahren wir zurück nach Leh.

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