An der Terryhütte begrüßt uns ein Schneemann. Mit dem AlpinClub Berlin in der Hohen Tatra

Fotos: Diana Kunze
Fotos: Diana Kunze

Diesmal bin ich alleine unter Frauen in meinen Lieblingsbergen. Mit meiner Diana. Mit Gabriele, Astrid und Andrea. Von unserer Hütte in Tatranska Lomnica (Hotel Tatranec) unternehmen wir Tagestouren.

Die Wetterfrösche sagen Hochsommer für die ersten Tage voraus. Dann allerdings einen Wetterumschwung. Einen spürbaren. Heißt: Wintereinbruch in den Bergen.


 Tag 1: Von Ždiar zum Siroke Sedlo (1826 m)
Siroke Sedlo (1826 m)
Siroke Sedlo (1826 m)

Dieser Sattel ist unser heutiges Minimalziel. Es ist ziemlich heiß. In den Jahren zuvor ging es nach dem Siroke über den Kopske sedlo (1750 m), am See Biele pleso vorbei zur Chata Plesnivec (1290 m) und von dort nach Tatranska Kotlina.

Bald steht fest: Heute lassen wir’s eher gemütlich angehen. Über uns  ein wolkenloser Himmel. Herrlich sind die Aussichten auf Ždiar und – später vom Sattel – auf den  Jahňací štít (2229 m).
Am Abend kehren wir im Ždiarsky dom ein. Sitzen auf der Terrasse mit Blick auf Ždiarska vidla (2 142 m) und Havran (2152). Die slowakische Delikatesse ist weniger delikat als früher: statt würzige Sauce im Kartoffelpuffer nur simpler Letscho. Nun, vielleicht liegt’s am Koch, der heute Schicht hat…

Tag 2: Über den Bystre Sedlo (2314m )

Foto: Diana Kunze
Bystre Sedlo (2314m )

Erneut Hitze. Unser mitgebrachtes Frühstück genießen wir oberhalb des Wasserfalls Skok, auf einer steinernen Terrasse mit Weitblick. – Gibt es irgendwo eine schönere?

Zum Bergsee Capie pleso (2075 m), dann steil hinauf auf den Sattel – die erste Probe für die Truppe. Bestanden!
Zwei weitere traumhaft-schöne Bergseen. Dann Einkehr in der Chata pod Soliskom. Nach so viel Sonne tut der Innenraum recht gut. Anschließend steigen Diana und ich ab nach Štrbské Pleso, die Wanderpartnerinnen gondeln lieber. Gutes Abendessen in der Koliba in Veľká Lomnica. 

Tag 3: Rysy
Ein Hauch von Nepal vor der Chata pod Rysmi
Ein Hauch von Nepal vor der Chata pod Rysmi
Wir sind nun eingewandert. Morgen soll es regnen und kühler werden. Deshalb nutzen wir das gute Wetter für eine der populärsten Tatra-Touren. Ich habe sie mehrfach beschrieben, deshalb verzichte ich jetzt darauf.
Der Wetterwandel kündigt sich auf dem Weg nach oben an. Ein magisches Spiel aus Wolken und Sonne.
Jetzt im September sind erstaunlich wenig Bergwanderer unterwegs. So viel Platz beim Gipfelanstieg hatte ich noch nie!

ACB-Mitglieder beim Gipfelanstieg Rysy
ACB-Mitglieder beim Gipfelanstieg Rysy
In der urig-gemütlichen Chata pod Rysmi stärken wir uns nach dem Gipfelvergnügen. Suppe & Bier. Nur kurze Rast, um möglichst vor dem Regen nach unten zu kommen.
Am Popradske Pleso prasselt’s dann los. Immer stärker. In der Ferne gewittert es. Diana ist vorgerannt und macht das Auto startklar.
Wir fahren nach Starý Smokovec und kehren dort in der Koliba Kamzik ein. Rustikal-gemütliche Einrichtung. Der Wirt: super-nett, spricht deutsch. Mein Hirschgulasch: vom Feinsten. Wir sind hochzufrieden!

Tag 4: Ausruhtag
Poprad. Die Saunalandschaft in der AquaCity macht zwar leider erst am Nachmittag auf, denn es ist Nebensaison. Aber auch im großen Schwimmbad (mit Dampfsauna und weitläufigem Außengelände mit warmem Poolwasser) können wir’s gemütlich drei Stunden aushalten.
Danach gönnen wir uns ein „paar“ Kalorien: fantastische Kuchen + fantastischer Atmosphäre in der Confiserie Cukráreň LUCIA.
Tatranska Lomnica. Die Sonne lacht uns an. Wir sitzen auf der Wiese vor unserer Hütte, schauen hinauf zur Lomnitzer Spitze. Nun, wo ist das angekündigte schlechte Wetter?!
Ždiar. Ein Besuch der Bergsteiger-Pizzeria Rustica lohnt sich wirklich, nicht nur der Pizza wegen. Zur museumsreifen Einrichtung gehören historische Tatra-Fotos und Antiquitäten.

Tag 5: Veľká Svišťovka (2037 m)
Blick beim Abstieg auf den Zelené pleso und die Chata sowie den Weg aufwärts zum Jahnaci stit
Blick beim Abstieg auf den Zelené pleso und die Chata sowie den Weg aufwärts zum Jahnaci stit
Ich stehe auf dem  (gewiss mit tollen Aussichten gesegneten) Gipfel – allerdings im Nebel! Wie im Vorjahr. Eine halbe Stunde später zieht die Sonne auf… tja, wieder Pech gehabt.
Wir hatten den Veľká Svišťovka als Alternative zum Jahnaci stit gewählt. Dorthin geht’s ebenfalls zuerst zur märchenhaft-schön gelegenen Hütte Chata pri Zelenom plese  (1551 m), dann allerdings auf schwarzer Route weiter.
Am Abend kehren wir in der Koliba in Veľká Lomnica ein. Diana und ich wählen die Riesengrillhaxe mit Peperoni, Senf und Meerrettich. 

Tag 6:  Regenwanderung
Sliezsky dom, von der Tatranská Magistrála aus gesehen
Sliezsky dom, von der Tatranská Magistrála aus gesehen
Was machen wir im Regen? Da gibt’s auch schöne Touren, siehe unsere heutige! Von Tatranska Polianka  durch einen saftigen Wald zum Berghotel Sliezsky dom (1670 m). Später erhaschen wir auf der Tatranská Magistrála ein paar schöne Aussichten und steigen ab nach Starý Smokovec. Mit der Zahnradbahn zurück zum Auto. Und da wir in Tatranska Lomnica seit Tagen am Spanferkel vorbeigefahren sind, machen wir da heute mal Halt. Niemals etwas Besseres gespeist!

Tag 7: Im slowakischen Paradies
Trunken vor Freude im Slovenský raj
Trunken vor Freude im Slovenský raj
Auf abenteuerlichen Leitern und Stegen durch eine verwunschene Schlucht aus schmalen Felsdurchbrüchen. Vorbei an den herrlichen Wasserfällen des Nationalparks Slovensky raj.
Auf spannenden Pfaden im Paradies
Auf spannenden Pfaden im slowakischen Paradies
Auf der Rückfahrt Richtung Hochgebirge halten wir für süße Minuten an Confiserie LUCIA. Später chillen wir noch vor unserer Hütte. Die Sonne kämpft gegen Wolken, und ihr gelingt es immer für kurze Zeit, uns zu wärmen.
Am Abend eine Enttäuschung: Im Reštaurácia U furmana in Tatranska Kotlina gib’s kalte Suppe und sehnigen Hammel. Hier essen wir so schnell nicht wieder.

Tag 8: Zur Terryhütte
Terryhütte (2.015 m)
Terryhütte (2.015 m)
Die diesjährige Schlussetappe. Für einen Teil der Gruppe war sie länger und anspruchsvoller geplant, noch über den Prinzensattel. Jedoch: Da es bereits zu Beginn am Hrebienok (1272 m) stark regnet, entscheiden wir uns zusammenzubleiben. Der Regen dürfte weiter oben in Schnee übergehen. Und so kam es dann auch…
Einer der letzten Sherpas Europas
Einer der letzten Sherpas
Das Mistwetter lässt uns in der urig-gemütlichen  Zamkovského chata ein wenig länger verweilen, und schließlich entdecken wir die Hohe Tatra in einer für mich neuen Schönheit: überzogen von weißem Puderzucker! Willkommen im Winter.  An der Terryhütte begüßt uns dann sogar ein kleiner Schneemann. Dieser Winterzauber macht die Tour unvergesslich!
Den letzten gemeinsamen Abend zelebrieren wir im Ždiarsky dom. Diesmal hat der richtige Koch Schicht, und wir werden erstklassig verwöhnt. Auch die Aussicht ist klasse: auf die schneebedeckten Gipfel von Ždiarska vidla und Havran im Sonnenuntergang.
Ždiarska vidla und Havran
Ždiarska vidla und Havran
Die Schuhe haben Feierabend vor unserer Hütte (Hotel Tatranec)
Die Schuhe haben Feierabend vor unserer Hütte (Hotel Tatranec)
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