Weißwandspitze

Grüner Rücken - Blick zurück beim Aufstieg. Fotos: Thilo Kunze
Ein grüner Rücken führt nach oben. Fotos (5): Thilo Kunze

Tag 3. Hell strahlt dieser Gipfel aus dolomitisiertem Kalkstein: die Weißwandspitze (3017 m), mein heutiges (Zwischen-)Ziel. Gestern hatte ich es von der Sonnenterrasse der Magdeburge Hütte bereits ausgiebig studiert.

Um 7 Uhr begebe ich mich auf den Tiroler Höhenweg. Wirt Hermann hat mir mein Frühstück für unterwegs eingepackt.

Es ist deutlich kühler und windiger geworden, der Himmel verdichtet sich. Gut, dass ich zeitig losmarschiert bin, am Nachmittag könnte es gewittern.

Die Weißwandspitze vor der Nase
Die Weißwandspitze vor der Nase

Der Weg nach oben ist an mehreren Stellen mit Stahlseilen gesichert. Ich bin nicht alleine unterwegs; Karl-Heinz aus einem Dorf bei Bozen begleitet mich. An der markanten Grenze zwischen Ur- und Kalkgestein verlassen wir den Höhenweg. Nun geht es unmarkiert und teils kletternd (UIAA I) durch die Südostwand in einer knappen halben Stunde zum Gipfel.

Gipfelfoto Weißwandspitze
Gipfelfoto auf der Weißwandspitze, aufgenommen von Karl-Heinz

Leider ist es oben nebelig und eisig-windig. Das Gipfelglück genießen wir deshalb nur für Sekunden.

Zurück auf dem Höhenweg, weht es fast noch heftiger. Karl-Heinz hatte zuletzt ein recht zügiges Tempo vorgelegt, ich brauche jetzt erstmal eine Pause. Mein Gipfelpartner zieht alleine weiter.

Ein ausgesetzter und gerölliger Pfad führt zum Hohen Zahn (rechts)
Ein ausgesetzter und gerölliger Pfad führt zum Hohen Zahn (rechts)

Der Hohe Zahn (2924 m) und die Pflerscher Scharte (2599 m) liegen noch vor mir auf dem Weg zur Gschnitzer Tribulaunhütte. So war’s geplant, ursprünglich. Jetzt, den Dreitausender geschafft und mit Blick auf Wolken, die mich misstrauisch machen, entscheide ich mich lieber für den sicheren Weg, den Abstieg. Wenig später beginnt es zu regnen, bald ziemlich heftig… ja, richtig gehandelt!

Einen genauen Plan B für den Rest des Tages habe ich mir zwar nicht; aber ich bin ja nahe der Zivilisation; irgendwie wird es schon weitergehen.

Auf dem Weg Nr. 6 gelange ich zur Ochsenalm und dann ins Pflerschtal. Als ich St. Anton erreiche, bin ich seit etwa 7,5 Stunden unterwegs. Leider fährt der nächste Bus erst in zwei Stunden.

Inzwischen patschnass, bin ich froh, dass mich ein Auto mit zum Brenner nimmt. Im Hotel Nussbaumer in Gossensaß steige ich ab. Gut & günstig!

Das Hotel Nussbaumer
Das Hotel Nussbaumer, Gossensaß
Hier wird an Kaiser Franz Josef I. erinnert
Hier wird an Kaiser Franz Josef I. erinnert
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