Von der Kasseler Hütte auf zwei Fast-Dreitausender

Aufstieg zum Keilbachjoch.   Foto: Diana Kunze
Aufstieg zum Keilbachjoch. Foto: Diana Kunze

Tag 8. Auf dem Steig zur schönen Aussicht laufen wir zum Östlichen Stillupkees. Von dem Gletscher sehen wir nur noch Reste, die der Klimawandel bisher übrig ließ. Weit unterhalb der ersten Schneefelder treffen wir auf Mitglieder der DAV-Sektion Kassel, die hier den Weg markieren. Der Älteste von ihnen zeigt uns, bis wohin noch vor fünf Jahren die weiße Pracht reichte. Erschreckend, wie schnell sich die Bergwelt wandelte!

Wir überqueren auf Steinen, die von den Kasselern ins Wasser gelegt wurden, ziemlich trockenen Fußes einen Bach. Im weglosen Gelände laufen wir über Schutt und Geröll. An einem langgezogenen See, wo mal Gletscher war, sinken unsere Schuhe ein. Es geht über große Felsen und durch Schneefelder, unter denen es zuweilen rauscht. Später taut das Weiß unter uns, doch wir suchen und finden auch festen Untergrund im Schnee und auf glatten Felsen.

Weiße Vormarkierungen und später auch rote Punkte weisen die Richtung zum Keilbachjoch (2833 m) mit seinem alten hölzernen Kreuz, das an einen Verunglückten erinnert. Nun enden die Markierungen. Auf dem Sattel entscheidet sich Diana für die sportlichere Variante zur Grünen Wand Spitze (2946 m), während ich mit Jörg und Karl-Heinz auf die Gfallenspitze (2966 m) aufbreche.

Dieser Gipfel bleibt immer in Sicht, während wir auf großen Felsbrocken aufsteigen. Weit oben blüht wunderschönes Alpengewächs. Ein traumhafter Hochgarten. Zum Glück sind Bergwanderer hier selten und zertrampeln nicht diese herrliche Pflanzenwelt. Mit Diana, die ich leider aus den Augen verliere, bleibe ich zumindest telefonisch in Kontakt.

Ganz oben treffen wir dann auf junge Südtiroler, die bereits seit einer Stunde diese einmalige Aussicht bis in die Dolomiten genießen.  Das Gewitter hält sich zwar noch fern, aber sicher dürfen wir uns nicht fühlen… Ab geht’s. Auf einem der Schneefelder stößt dann wieder Diana zu uns, und wir steigen rasch gemeinsam nach unten, während sich der Himmel langsam verdunkelt. In der Kasseler Hütte angekommen, brechen dann Blitz und Donner los. – Das Timing war perfekt!

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