Fahrt von Kagbeni (2810 m) nach Tatopani (1200 m), durch die tiefste Schlucht der Erde

Gebetsmühlen in Kagbeni. Foto: Diana Kunze

Tag 16. Die tiefste Schlucht der Erde erwartet uns. Winzig klein werden wir uns fühlen, eingeklemmt zwischen den Achttausendern Annapurna I und Dhaulagiri, die sich neben uns erheben. 

Bereits ab 6 Uhr frühstücken wir in der Komfortlodge Annapurna. Das beste Frühstück seit langem. Diana und ich hätten gerne noch mehr Zeit gehabt für das bezaubernde Kagbeni, doch drei Jeeps warten auf uns, bereit für eine abenteuerliche Fahrt durch das breite Flussbett des Kali Gandaki. Wir holpern über fußballgroße Steine und durchfahren das Wasser an einigen Stellen.

Fußmarsch in Jomsom

In Jomsom wechseln wir den fahrbaren Untersatz und steigen in einen Bus. Die Zwangspause nutzen wir. „Erst Tee bestellen, dann Toilette“, klärt uns unser Guide Buddha auf. Wir ordern eine große Kanne.

Bis zur Bushaltestelle bewältigen wir einen etwa 20minütigen Fußmarsch, vorbei an Kasernen, die von bewaffneten Uniformträgern bewacht werden.

Unser Reisebus. Foto: Thilo Kunze

Bummel in Marpha

Die weitere Fahrt bietet beste Aussichten ins Tal. Buddha fragt uns, ob wir in Marpha (2670 m) anhalten wollen, und Diana ruft zum Glück laut und eindeutig „JA!“. Und so erhalten wir Zeit für den beschaulichen Ort, der fast gänzlich aus weißen Häusern besteht. Hier ist alles so hübsch und sauber… Sogar, vergleichsweise, wohlhabend scheinen die Menschen zu sein. Die Gassen sind gepflastert. Fröhliche Rotznasen begrüßen uns: „Namaste!“. Über offenen Feuern kocht Wasser in großen Töpfen. Diana und ich kaufen einige Äpfel in einem der freundlichen Läden.

In Marpha (2670 m). Foto: Thilo Kunze

„… ein interessanter Superlativ“

Anschließend rattern und knattern wir durch die tiefste, immer grüner werdende Schlucht der Erde. „Das Tal des Kali Gandaki bietet einen interessanten Superlativ: Zwischen Kalopani und Larjung steht man bei ca. 2.540 m auf der Sohle des tiefsten Tales der Welt, nämlich ca. 5,6 km unter dem Gipfel des Dhaulagiris (8.167 m), wobei Dhaulagiri im Westen und Annapurna (8.091 m) im Osten an dieser Stelle nur ca. 35 km voneinander entfernt sind.“ (Quelle: Wikipedia)

Unsere nächste Station ist Ghasa. Obwohl der eigentliche Ort nicht weit entfernt liegt, pausieren wir abseits, an der staubigen Bushaltestelle. In der kalten „Gaststube“ halten wir es kaum aus, die Front zu Straße ist geöffnet, es zieht. Die Suppen (zu etwas anderem rät uns Buddha nicht) sind nicht sehr schmackhaft.

In dem Bus, in den wir nun steigen, beugt mich mein schräger Sitz nach vorne. Die winzige Bank, die ich mir mit Diana teile, wäre für mich alleine schon zu klein. Alles ist so eng und wackelig, dass es schon wieder komisch wirkt.

Die Straße ist ungesichert und eigentlich eher ein Schotterpfad, an dem es an einigen Stellen steil flussabwärts geht. In dem engen Gefährt wackeln wir hin und her. Felsbrocken liegen herum, Wasserhindernisse sind zu durchfahren. Vor jeder Kurve hupt unser Fahrer, um Entgegenkommende zu warnen.

Heiße Quelle und Reggae-Feeling in Tatopani

Knallig-gelbe, wunderschöne Zitrusfrüchte wachsen in Tatopani (1200 m) . – Hier gefällt es mir! Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, breche ich mit der Hälfte unserer Gruppe zur vielgepriesenen heißen Quelle auf, und anders als in Chame, hält diese hier wirklich, was sie verspricht! Das Wasser fließt heiß. Wir haben viel Platz für das wohlige Vergnügen, blicken beim Baden auf eine fantastische Bergwelt und schlürfen kaltes Bier. Neben uns rauscht der Kali Gandaki.

Blick auf den Kali Gandaki in Tatopani. Foto: Diana Kunze

Am Abend speisen wir in unserer Lodge The Old Kamala schmackhaftes Huhn mit Pommes und Gemüse. Absacker in der urig-gemütlichen Bob-Marley-Bar. Bei Reggae-Musik, nepalesischem Rum und Everest Bier  – manche(r) nuckelt auch am Joint – ist die Stimmung super gelöst. Der bisher schönste Abend!

Weitere Fotos: siehe twitpic

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s