Die Annapurna-Runde: Lodge-Trekking über den Thorong-Pass (5416 m)

Gebetsfahnen flattern im Annapurna-Gebiet
Gebetsfahnen flattern im Annapurna-Gebiet. Foto: Diana Kunze

Einleitung. Ein lange gehegter Traum geht in Erfüllung: NEPAL! Auf einer der schönsten und abwechslungsreichsten Trekking-Routen der Welt werden Diana und ich bei gutem Wetter Achttausender erblicken. Mit der Annapurna-Runde erwartet uns die wohl bisher beeindruckendste Tour unserer Wanderkarriere.

Einmal die höchsten Berge sehen! Chris aus Wien schwärmte im Frühjahr im Hans-Berger-Haus: „Du stehst auf 5000 Metern, und neben Dir geht es nochmal 3000 Meter nach oben. Unglaublich!“

Dass es so schnell gehen würde mit unserer Reise, hätten wir nicht gedacht, aber dem Einstiegs-Angebot des Summit Clubs  des Alpenvereins konnten wir einfach nicht widerstehen.

Ein kleines Fazit vorweg: Diese Tour ist an Vielfältigkeit kaum zu überbieten. Kein Tag ähnelt dem anderen. Wir sehen Bananen- und Orangenbäume, Reis- und Maisterrassen, Gebetsfahnen und Heiligtümer, erleben Totenverbrennungen, Hitze und eisige Kälte. Und immer wieder: grandiose Aussichten auf Berg-Giganten! Wir passieren den gefährlichen Thorong-Pass (5416 m) und durchfahren die tiefste Schlucht der Erde. Und das alles in drei Wochen!

Nichts für Frostbeulen!

Allerdings würde ich unsere Tour zu dieser Jahreszeit nicht weiterempfehlen. Wir waren im Winter unterwegs (vom 28.11. bis 21.12.), in den höheren Lagen war es nachts bissig kalt. Nicht jede Lodge verfügte über einen warmen Ofen im Gemeinschaftsraum, und selbst wo geheizt wurde, zog es gewöhnlich durch Fenster, Türen und Mauerritzen wie Hechtsuppe. In Braga (3470 m), wo wir zwei Nächte übernachteten, gingen wir am zweiten Tag selbst auf Holzsuche. In Yakharka (4100 m) und auf der Yakalm Thorong Phedi (4500 m) waren die Bedingungen – obwohl man sich besser um uns sorgte – noch weitaus härter. Toiletten- und Trinkwasser vereisten, an Körperpflege war kaum zu denken. Der Sprung am Morgen aus dem warmen Schlafsack und in die klirrende Kälte des Zimmers kostete viel Überwindung. Kein Wunder, dass fast jeder in unserer 14köpfigen Trekkinggruppe aus Deutschland zumindest schniefte und hustete.

Medienberichten zufolge, litten Nepal und der Norden Indiens zu dieser Zeit unter einer Kältewelle, der viele Menschen zum Opfer fielen. Die meisten Einheimischen verfügen allerdings – anders als wir – nicht über warme Kleidung oder feste Schuhe. Temperaturen von minus 13 Grad wurden gemessen. (Quelle: www.indienaktuell.de).

Unsere Helfer

Trotz aller Widrigkeiten und auch kulinarischer Entbehrungen wird diese Trekkingreise ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Unterstützt wurden wir von acht aufopferungsvollen Trägern, die – wie unsere beiden ortskundigen Guides Buddha und Khiru – uns sogar in Küchen zur Seite standen, wenn diese mit großen, hungrigen Gruppen überfordert waren.

Literatur und Karten

Als äußerst hilfreich erwies sich während der Tour mein Outdoor-Handbuch von Iris Kürschner („Nepal: Annapurna“, Stein Verlag). Zwar beschreibt es die Runde im Uhrzeigersinn, und wir gingen – was wegen der Höhenanpassung gesünder ist – ihm entgegen. Jedoch bietet das Werk viel Wissenswertes zu wichtigen Orten, detaillierte Karten und allgemeine Reisehinweise. Ohne dieses Buch wäre ich im Himalaya ein wandelndes Fragezeichen gewesen.

Karten von der Annapurna-Runde gibt es in Kathmandu und Pokhara an jeder Ecke sowie auch unterwegs an einigen Stationen. Diana und ich kauften uns ein sehr übersichtliches Exemplar im Maßstab 1:55000 für umgerechnet weniger als 1,50 Euro.

So, lieber Leser, bist Du neugierig geworden? Dann lade ich Dich ein auf eine Entdeckungsreise durch das phantastische Annapurna-Gebiet!

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