Schöner Kammweg im Rodnaer Gebirge: über die Gipfel Vf. Gargalau (2159 m) und Vf. Omului (2134)

Auf dem Vf. Gargalau (2159 m)

28.08.10 Mit dem Lift auf eine Hochebene des Rodnaer Gebirges; durch ein wunderschönes Tal und über einen eindrucksvollen Kamm mit herrlichen Aussichten – das ist schwer zu toppen. Für unsere 13köpfige Gruppe wird das heute die erlebnisreichste und anspruchsvollste Tour unserer Reise. 

Der Sessellift an der Statiunea Borsa wird kurz vor 9 Uhr für uns angeschaltet. Während der Fahrt zum Stiol (1400 m) sehen wir einen Regenbogen. Auf der Hochebene zieht starker Nebel auf. Zuweilen verzieht er sich, ganz plötzlich. Lückenhaft. Wenn der Schleier sich lüftet, zeigt die Landschaft ihre verborgenen Reize. Baumlose Hügel: saftig-grün, nebelverhangen. Diese Kulisse erinnert mich an die Highlands.

Im Rodnaer Gebirge. Aufstieg zum Vf. Gargalau

Der Aufstieg zum Vf. Gargalau (2159 m), dem zweithöchsten Gipfel unserer Rumänienreise, ist recht leicht zu bewältigen, aber es tobt inzwischen ein kräftiger Wind, der sich bald mit Regen mischt. Außerdem ist es deutlich kühler geworden. Wir verzichten deshalb auf lange Pausen und marschieren etwas flotter als sonst, was mir sehr gelegen kommt. 

Schöner Kammweg im Rodnaer Gebirge

Am Vf. Omului (2134 m) packt Regine ihre Handschuhe aus – manche Frauen denken einfach an alles! Trotz des Kälteeinbruchs und des fast eisigen Regens genießen wir die Schönheit des nun  felsigen Kammweges mit seinen Aussichten auf ferne Berge.

Auf der Pferdeweide Muntele Cisa will erneut einsetzender Starknebel, dass wir uns ein wenig mehr auf den Weg konzentrieren. Wir bleiben in Sichtweite zusammen. Die Suche nach der Markierung (die uns übrigens sicher bis hierher führte), ist nicht mehr ganz einfach. Dennoch erreichen wir ohne große Verzögerungen den Rand des Waldes, durch den es nun 600 Höhenmeter abwärts geht. Da ich bald – abwechselnd Katharina und Uli an meiner Seite – auch noch die Hälfte von Bärbls (verletzt) Rucksack trage, schwitze ich ziemlich arg, als wir endlich das Weintal (Valea Vinului) erreichen. 

Ein verlassenes Betriebsgelände, ehemals Erzbergbau. Domnul Flaviu, unser junger, risikoreicher Wirt, hat es gekauft. Dann eine Pension eröffnet, wohin wohl nie ein Lichtstrahl fällt. Die er wohl nie trocken kriegt. Vor dem Haus im tiefen Tal: ein Gebirgsbach, dahinter die Bergwand.

Domnul Flaviu kocht Kesselgulasch überm offenen Holzfeuer. Auf dem Grill brennt Kohle.

Ich brauche jetzt eine Dusche, doch die in der oberen Etage ist besetzt. Regine und Bernhard lassen mich in ihr Bad. Das Duschbecken: 10 cm von der Wand entfernt, kein Vorhang; bald steht alles rundherum unter Wasser.

In meinem Zimmer riecht es nach feuchten Wänden. Jetzt kümmere ich mich nicht darum und gehe zum Essen.

Der Gulasch ist hervorragend gewürzt und schmeckt ganz vorzüglich. Anschließend wird uns ein leckeres Reisgericht mit Gegrilltem kredenzt.

Die Nacht ist weniger vorzüglich. Der Geruch der verschimmelten Wände lässt mir keine Ruhe. Ich öffne beide Fenster – es hilft nichts. Ich warte beinah schlaflos, bis die Nacht vorbei ist, und sitze als Erster am Frühstückstisch.

P.S. Weitere Fotos: Siehe Twitpic.

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