Auf dem Pietros (2303 m) – dem höchsten Berg der Ostkarpaten

Blick vom Pietros, dem höchsten Berg der Ostkarpaten

27.08.10 Darauf habe ich seit Tagen gewartet: auf den höchsten Berg des Rodnaer Gebirges und der Ostkarpaten. Den Höhepunkt dieser Reise. Endlich!

Schon von unten gesehen, erinnert er mich an die Hohe Tatra, und irgendwie ist er, der sich einsam hier erhebt, ja mit diesen Gipfeln verwandt. Ein ferner Verwandter innerhalb der Familie der Karpaten.

Wir sind zu dritt: Peter, Bernhard und ich. Der Rest der Truppe braucht einen Ruhetag oder traut sich den Pietros (auch Vârful Pietrosul) nicht zu.

Der Ehemann unserer Wirtin in Borșa (700 m) bringt uns mit seinem Jeep nahe heran an den Berg. Bis zu einer Markierung, die uns, solange wir sie eigentlich nicht benötigen, begleitet. An der nächsten Weggabelung stehen wir allerdings ziemlich dumm da. Auch Bernhards Karte gibt kaum Gewissheit. Wir müssen uns entscheiden und wählen – den falschen Weg, wie sich bald erweist. Einen Pfad, der immer schmaler wird, mit starker Steigung. Ein Blaubeerensammler ist erst kürzlich hier gestürzt: Seine noch frische Ausbeute liegt wild verstreut herum, sein Eimer zerbrochen im Gras.

Irgendwann geht es, inzwischen unter dichten Bäumen, wieder abwärts – das kann doch nicht wahr sein…!  Wir schlagen und kämpfen uns durch. Durch ein unwegsames Tal mit viel Gehölz und stacheligem Gestrüpp. Und erreichen endlich den eigentlichen Weg: breit und leicht begehbar. Welch eine Freude!

Bergsee an der Statie Meteorologica (1760 m)

Bis zu meteorologischen Station (Statie Meteorologica [1760 m]) ist es nun ein Kinderspiel. Gleich darauf ein klarer Bergsee.  

Zeit für eine Rast. Ich erfrische mich, das kalte Nass des Sees tut dem erhitzten Körper gut, und auch Bernhard wäscht sich den Oberkörper.

Dann steigen wir, in der baumfreien Zone, weiter nach oben. Kein schwieriger Anstieg. Die Sicht auf Borsa wird von Meter zu Meter besser. Als wir den Berggrat erreichen, weht ein Wind von der anderen Seite des Massivs, die wir uns nun mit den Augen erschließen: unendliche Bergweiten, menschenleer.

Noch wenige Meter auf einem schmalen, windumpeitschten Grat zum eigentlichen Gipfel. Oben angekommen, bietet eine Hütte Schutz. Die Sicht heute: phantastisch. 

Abstieg vom Gipfel. Der Blick schweift weit über die Karpaten

Nachdem wir sie eine Weile genossen haben, machen wir uns auf den Rückweg, suchen aber vorerst etwas unterhalb des Gipfels eine windstille Kuhle auf, in der wir pausieren. Die Sonne strahlt mit voller Kraft.

Dann geht’s recht flott nach unten. Nach der meteorologischen Station bleiben wir auf dem breiten Pfad, der uns bis Borsa führt. Richtig unangenehm wird’s, als wir die ersten Wohnhäuser erreichen. Einheimische in ihren Autos nutzen die sandige, kurvenreiche Straße als Crossstrecke. Hier zeigen die coolsten Typen, was sie drauf haben – und Fußgänger versinken in Sand- und Staubwolken.

Wir erreichen die Hauptstraße der Kleinstadt und fahren mit dem Linienbus zu unserer Pension.

Fazit: Wer nach Borsa kommt, sollte unbedingt auf den Pietros. Der Aufstieg kann, wenn man den richtigen Weg gefunden hat, von einigermaßen Geübten problemlos bewältigt werden. 

Gehzeit: 8 Stunden, 1600 Höhenmeter. 

Übrigens hatte wir heute einige Wanderer getroffen. Der Berg ist damit für rumänische Verhältnisse recht populär, wenngleich noch lange nicht überlaufen.

P.S. Weitere Pietros-Fotos: siehe Twitpic.

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