Dragomiresti – Pasul Setref (19,2 km)

Blick vom Vf. Merisorului (1168 m)

25.08.10 Herzlicher Abschied von Ileana Petreus. Der Kleinbus bringt uns nach Dragomiresti.

Viel Gestrüpp, zugewachsene Pfade, später hohes Gras – wir kämpfen uns voran. Und: nach oben. Zum ersten Gipfel unserer Tour, dem Pinteanu (1119 m). Dann laufen wir auf einem Kammweg. Weit schweift der Blick über Wald und Berge – wunderbar! Über Wiesengipfel erreichen wir Pasul Setref (817 m). Ankunft nach einer zehnstündigen Wanderung beim Volkssänger Pátru Bârlea, dem Wirt unserer heutigen Pension Hanul lui Patru.

Roadmovie mit Pátru Bârlea

Eine eigenartige Stimmung herrscht hier am Setref-Pass zwischen Maramuresch und Siebenbürgen. Neben Autowracks: ein Zigeunerlager. Ich darf die Wracks nicht fotografieren, schere mich aber nicht drum – der Clanchef protestiert lautstark.

Autowracks am Setreff-Pass

Die Unterkunft ist äußerst bescheiden. Mief in den Räumen, die Toiletten schmantig-ekelig. Wer Licht im Gemeinschaftsbad braucht: einfach Birne reindrehen – einen Schalter gibt es nicht.

Ich halte mich nicht lange unter der Dusche auf und setze mich ins Freie. Blick auf die Passstraße. Brummis mit Holzladungen donnern vorbei – das wird noch die ganze Nacht andauern. Dennoch: Dieser Ort hat ein gewisses Etwas…

Wir sitzen an einer langen Tafel neben der Straße. Nach einer dünnen Vorsuppe gibt es Gulasch fast ohne Fleisch, dafür mit viel Kartoffeln. Mit großen, äußerst schmackhaften Peperoni würze ich mir mein Essen, und zwar kräftig!

Die Zigeuner beobachten uns, aber kommen nicht näher. Die Szenerie wird bald surreal. Ein Roadmovie mit Wirt Bârlea. Der steigt ins Auto, fährt neben unseren Tisch, legt eine Kassette in seinem Wagen ein. Die Musik leiert, und: Sie ist laut! Bârlea klettert nun auf einen Zaun, der zwischen uns und der Straße liegt, und singt inbrünstig und mit geübter Stimme zu den schrägen folkloristischen Klängen, die aus dem Rekorder strömen. Dann läuft er trällernd um uns herum, ruft seine beiden Küchenmädels; die jungen Damen wollen es nicht (das ist zu sehen), aber sie tanzen für uns… Ich reibe mir die Augen – nein, ich träume nicht! Ich sitze auch nicht im Kino, sondern bei Pátru Bârlea am Setref-Pass.

P.S. Bin mir wohlbewusst, diesmal deutlich mehr über die Unterkunft als über die Wanderung geschrieben zu haben. Tja, man möge es mir nachsehen… 

P.P.S. Bilder aus dem Dort Dragomiresti bei Karpatenwilli.

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