Die Wander- und Klettersaison beginnt: Jahresauftakt mit dem AlpinClub Berlin…

… im kleinsten Mittelgebirge Deutschland, dem Zittauer Gebirge. Wir treffen uns am Freitag in der „Jonsdorfer Hütte“, auch „Bergsteigerhütte“ genannt. Direkt am Waldrand gelegen. Unser Zuhause für zwei Nächte.

Drei Tische

Nach einem kleinen Begrüßungstrunk geht’s los zur ersten Wanderung. Über den nahen Sportplatz zum Naturdenkmal „Drei Tische“, auf dem wir ein wenig herumklettern und die schöne Aussicht genießen. Von hier zur nächsten Aussicht auf dem Carolafelsen. Wir wandern an der alten Steinbruchschmiede vorbei und zum impossanten „Schwarzen Loch“, einem alten Steinbruch. Zu den nächsten naturschönen Gebilden, die wir bestaunen, gehören die Orgel-Pfeifen. Ein Schild erklärt, dass glühender Lavafluss den Sandstein erhitzte, der dann durch Abkühlung in Säulenform zersprang.

Felsformation im Zittauer Gebirge

Das Abendmahl genehmigen wir uns in der Dammschenke. Ich lass mir eine Wildschwein-Haxe schmecken. Empfehlenswert!

Über den Hochwald und den Oybin

Als ich am nächsten Morgen aufstehe, sind meine Wanderfreunde schon mit dem Frühstück beschäftigt. Die Brötchen hatte unser Vereinschef Arno Behr besorgt. Auch alle anderen leckeren Zutaten. Danke, Arno!

Dann geht’s – bei herrlichem Sonnenschein – auf eine 20-Kilometer-Wanderung. Erste Pause: in der Hochwaldbaude (752 m). Zum Aussichtsturm mit der Turmbaude sind’s keine 300 Meter – und weil’s so schön ist, pausieren wir auch dort.

Hochwaldbaude

Über den südlichen Gipfel, an der Staatsgrenze zu Tschechien, wandern wir Richtung Oybin. Durch die Felsengasse mit ihren markanten Naturwundern, dem Pilzfelsen Kelchstein und dem Kelchsteinwächter. Wahrzeichen im Zittauer Gebirge.

Kelchstein und Kelchsteinwächter

Im Kuort Oybin, in dem der bekannte sächsische Politiker Heinz Eggert einst als Gemeindepfarrer arbeitete, kehren wir im Kurcafé Balzer ein. Alles andere wäre sehr bedauerlich gewesen. Das Angebot – ob Kuchen, Torten oder Eis – schmeckt fabelhaft. Wir verweilen im großen Sommergarten und genießen nicht nur die Spezialitäten des Hauses, sondern auch den Blick auf den Berg Oybin.

Auf den es uns kurz darauf noch verschlägt. Um noch Burg und Kloster zu besichtigen. Eindrucksvolle Ruinen. Rückweg nach Jonsdorf auf dem Thomasweg.

Abendessen in der Gaststätte „Am Buchberg“. Freundliche Bedienung, gemütliches Haus. Meine Rinderroulade schmeckt. Bei anderen Gästen ist das Urteil gespalten.

Auf dem Klettersteig (Nonnenfelsen)

Sonntag. Heute sitze ich pünktlich am Frühstückstisch. Ich brauche Kraft. Kraft zum Klettern! Arno erklärt uns die Ausrüstung. Dann laufen wir zur Gondelfahrt, neben ihr: der Klettersteig auf den Nonnenfelsen. Ich weiß nicht, was mich erwartet. Ein Schild verrät: 350 Meter Länge. 60 Höhenmeter. Grad: schwierig. Das kann ja heiter werden! Ich nehme mir vor, nicht nach unten zu schauen. Und: auf die Gurte zu vertrauen.

Irgendwie geht’s gut voran. Vor einer Kurve habe ich Probleme, als ich das Ende des Seils, an dem ich hänge, nicht sehe. Hier lasse ich eine Club-Freundin vorbei. Die nächste Herausforderung: Ich muss mich an einer Wand freischwebend nach oben ziehen. Brauche viel Kraft, will umkehren. Geht aber nicht. Die mir folgen, reden mir gut zu. Mit Erfolg.

Klettersteig Nonnenfelsen

Oben angekommen! Ich trage mich ins Gipfelbuch ein. Jetzt nur noch ein kleiner Abstieg, und ich betrete wieder festen Boden oder: sicheren Wanderweg. Ich bin stolz auf mich.

Das Bier in der Bergbaude habe ich mir verdient. Wir sonnenbaden im Biergarten an diesem fast sommerlichen Tag. Und haben heute nur noch ein Ziel: Café Balzer gibt’s auch in Jonsdorf. Wir schlemmen ein wenig, ehe wir ins Auto steigen.

Der AlpinClub tritt den Heimweg nach Berlin an.

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6 Gedanken zu “Die Wander- und Klettersaison beginnt: Jahresauftakt mit dem AlpinClub Berlin…

  1. Hallo Thilo, vielen Dank für die positive Kommentierung unseres gemeinsamen Ausfluges. Ein paar Plätze waren in der Hütte ja noch frei. Wir können also ruhig noch etwas Reklame für die nächste Tour, die Anfang Okt. 2010 stattfindet, Reklame machen. Es gibt auch noch einen weiteren Klettersteig in der Gegend. Auf Dich warten also weitere Herausforderungen ….;-)

    Arno

  2. Heinz Eggert

    Ich freue mich immer wenn unsere schöne Heimat gefällt.
    Allerdings muss man dann auch mit offenen Augen unser Gebirge durchlaufen, so wie ihr es getan habt.
    Beste Grüße aus Oybin Heinz Eggert

  3. Hallo Thilo, hallo Diana,
    der Beitrag zum Aufenthalt in meiner wirklich wunderschönen Heimat gefällt mir – vor allem Deine ehrlichen und beherzten Kommentare, lieber Thilo. Unterdessen haben wir uns in Nepal kennen und schätzen gelernt und ich hoffe, beim nächsten Aufenthalt im Zittauer Gebirge findet Ihr Zeit für einen Besuch bei uns in Olbersdorf!
    Herzliche Grüße von Ulli

    1. Liebe Ulli,
      herzlichen Dank für die Blumen und für die Einladung nach Olbersdorf! Diana und ich kommen sehr gerne mal darauf zurück.
      Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Skiurlaub.
      Beste Grüße, auch an Frank!
      Euer Wanderpartner Thilo

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